Sie vertraut nur noch Tieren!
Ein betörender Duft stieg mir in die Nase, als ich die Tür zur Pizzeria öffnete. Es war wenig los und die Bedienung stürzte sich gleich auf mich, nahm meine Bestellung entgegen und stellte meinem Hund ungefragt einen mit Wasser gefüllten Napf hin. Während ich wartete, standen die einzigen Gäste, zwei Frauen auf, um im Windfang draußen eine zu rauchen. Als sie zurückkamen, sah mich die Ältere unverwandt an und ich konnte nicht um hin zu fragen, ob sie beide Mutter und Tochter sind. Die Frage war vielleicht übergriffig, aber darüber machte ich mir im Moment keine Gedanken. Die Jüngere wehrte sofort ab und sagte, sie seien „nur“ Arbeitskolleginnen. Meine nächste Frage war dann der eigentliche Türöffner für dieses Gespräch. Sie arbeiten im Pflegeheim des Nachbarortes, sprudelte die Ältere heraus und überhaupt die Arbeit sei zu viel und zu schlecht bezahlt. Wir kamen schnell auf die schlimme Situation in der Welt mit Lügen und Krieg. In einer kurzen Redepause beugte sie sich herunter und tätschelte meinen Hund am Kopf, was er liebt. Dann sagte sie etwas Ernüchterndes, „sie vertraue daher nur noch Tieren“.
Diese erschütternde Erkenntnis hat mich noch Stunden nach Verlassen der Pizzeria bewegt.