Robert Mitterwallner

Autor für Geschichten, die Fragen stellen.

Robert Mitterwallner

Autor für Geschichten, die Fragen stellen.

…, die des Krankenhauses mit stationärem Aufenthalt! Wie hilflos ich mir vorkomme, sobald ich mich ausgezogen und auf das Pflegebett gelegt habe, dem vollkommen ausgesetzt, was sie dort mit mir machen. Die drei Stunden Wartezeit liegend in der OP-Vorbereitung sollten schon an den Nerven zehren. Man will ja, dass es schnell losgeht und man die Chose (hier Operation) hinter sich bringt. Augen zu, entspannen, schlafen wenn möglich. Schließlich hilft das Poster eines jungen Leoparden in freier Wildbahn, das eine mitfühlende Pflegekraft irgendwann mal dorthin geklebt hat.

Von dem Eingriff bekomme ich voll narkotisiert nichts mit, glücklicherweise. Noch ganz benebelt wache ich auf der Station wieder auf, nichts denkend, da mit Schmerzmittel ruhig gestellt. Gerne gebe ich mich wieder dem Reich des Schlafes hin, in dem festen Glauben, dass es nur besser werden kann mit jeder Minute, die verrinnt. Mit den Tagen lerne ich, die sich auf dem Flur nähernden Geräusche richtig einzuordnen. Das resolute Abrollen von Rädern auf Resopal, das untermalt wird durch metallisches Klappern von Besteck ist der Essensdienst. Nicht zu verwechseln mit dem gemütlicheren reinen Rollgeräusches des Putzwagens. Fast stakkatoartige viele Schritte produziert der Oberarzt, bevor er mit seiner Entourage zur ultrakurzen Morgenvisite eintritt. Der Puls steigt automatisch schon an. Hingegen beruhigen die sachten Schritte der Pflegerin, die mir mit verschwörerischem Säuseln die Vitalwerte misst.

Erst mit Ziehen des Katheters schlägt das Gefühl, krank und hilflos zu sein um in ein Gefühl der Freiheit. Die Nabelschnur, mit der ich an der Klinikpflege hänge, ist durchtrennt und ich darf wieder heim. Da muss man wieder gesunden, zumindest im Kopf!